Ist das eine Anleitung zu „Transformative Change“?

Was wir von der DJ-Szene aus «We are your friends» im Zusammenhang mit „Transformative Change“ lernen können und wie wir dies für einen nachhaltigen Wandel nutzen sollten.

„We are your friends“ ist ein US-amerikanischer Musikfilm mit Zac Efron.

Der versteckte Weg zur Nachhaltigkeit?

Eigentlich hat der Film «We are your friends» nicht viel mit Nachhaltigkeit zu tun und enthält nur bedingt einen tieferen Sinn. Doch eine Szene zeigt uns etwas verschlüsselt einen Weg, wie wir den «Transformative Change» hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft erreichen können.

Es gibt diese eine Szene, in der Zac Efron als Cole Carter an einer bis anhin eher steifen Day-Party als DJ auflegt. Dieses lahme Partyvolk sind sozusagen wir mit unserer Instant-Konsumgesellschaft, die in ihrer materiellen und statusorientierten Komfortzone lebt! Sind wir mal ehrlich, wirklich nachhaltig ist unsere westliche Zivilisation nicht! Wir sind Meister im Ignorieren von Tatsachen und lassen uns noch so gerne einreden, es sei alles wunderbar.

Als Sophie (Emily Ratajkowski) Cole, der immerhin der DJ ist, auf die langweilige Party anspricht, reagiert er etwas irritiert mit „Was meinst du? Soll ich die Party etwas ankurbeln?“. Und Sophie antwortet ihm „Du kannst es ja versuchen, aber diese Leute tanzen nicht vor Mitternacht“. Und sie hat sowas von recht! Wir bewegen uns wirklich nicht bevor es fünf vor zwölf ist! Wir warten lieber ab (bis es zu spät ist?) und tun so, als wäre alles super. Doch zum Glück reagiert unser Protagonist Cole, der im echten Leben u.a. von Regierungen, einflussreichen Menschen/Brands und Unternehmen verkörpert wird, in dieser Szene anders. Er sieht es als „Systemgeber“ und „Influencer“ als Herausforderung diese öde Party zum Kochen zu bringen! Und insgeheim möchte er schliesslich Sophie, die mit unserem Gewissen oder der Ethik gleichgesetzt werden kann, beeindrucken und das „Richtige“ tun.

DJ-Szene aus „We are your friends“ mit Schlüssel zum „Transformative Change“
„It’s (y)our chance“, sagt Sophie. Wir haben jederzeit die Möglichkeit etwas zu tun!

Rocking A Party.

Step 1: Get The People Out Of Their Heads And Into Their Bodies!

Cole legt also los und beschreibt Sophie Schritt für Schritt was zu tun ist, seine Vision einer tanzenden Crowd umzusetzen. „Es ist die Aufgabe des DJ’s, die Menschen raus aus ihren Köpfen und rein in ihre Körper zu bringen!“. Übersetzt heisst das soviel, wie wir müssen zuerst fühlen, um uns bewegen zu können, ansonsten kommen wir nicht vom Fleck. Wenn wir nur in unseren Köpfen sind, verunmöglicht dies das Handeln. Was es für Tanzen braucht, ist ein „Cavemen’s sense of rythm“, also das Rhytmusgefühl eines Höhlenmenschen. Oder anders ausgedrückt, wir benötigen das Bedürfnis „Gutes“ tun zu wollen, naturverbunden zu sein und auf unser Herz und Bauch zu hören! Cole nennt dies ein Naturgesetz. Somit kann man sagen, wir Alle besitzen es. Und wir können diesen „Beat“ triggern, damit die Hüfte an zu tanzen beginnt! „The most important region“ wie Cole es augenzwinkernd nennt, während Sophie mit einem Lächeln die Augen rollt.

Auch hier ist wieder viel Wahrheit dahinter, denn wenn wir auf unser Herz und Bauch hören, dann tun wir meist das „Richtige“. Viele von uns haben vergessen, was wirklich wichtig ist im Leben und sitzen im Hamsterrad fest. Alles was es braucht, um aus dieser Situation auszubrechen ist ein kleiner Schupfer, denn die DNA ist bereits in uns. Wenn Regierungen, Unternehmen sowie einflussreiche Menschen und Brands die richtigen Impulse und Anreize geben, dann ist es für die Leute ein einfaches das Richtige zu tun. Wenn wir aber mit der „falschen“ Musik berieselt werden, dann schlafen wir ein und die Party wird lahm. Das kennen wir doch Alle, da kannst du noch so in Festlaune sein, wenn die Musik nicht stimmt, ist es enorm schwierig Stimmung zu erleben. Dieses Beispiel ist der beste Beweis, wie essentiell wichtig die Akteure aus Politik, Wirtschaft und Prominenz für einen nachhaltigen Wandel sind! Soll aber nicht heissen, dass wir die Verantwortung für unser eigenes Handeln abschieden können.

„It’s (y)our time“ motiviert uns Cole. Der beste Zeitpunkt für Change ist jetzt!

Step 2: There Will Always Be Resistance!

Nun gut, Cole hat die Musik etwas lauter gestellt, doch es tut sich noch nicht viel. Die Leute sind immer noch im alten Modus unterwegs. Cole ist sich dessen aber bewusst und erklärt Sophie mit einem verschmitzten Lächeln, dass man „geduldig“ sein muss und für diese eine Person Aussicht haben soll, welche mutig genug ist, den ersten „Move“ zu tätigen! Sophie schaut sich um und sieht, dass niemand die Anstalten macht, die „Tanzfläche“ zu betreten. Mit einem Smile macht sie sich auf, den leeren Raum mit ihren gekonnten Dance-Moves zu beleben.

Look for that one person who is not afraid to just go for it!“

Cole Carter (Zac Efron) in „We are your friends“

Wenn wir also die richtigen Impulse geben und den Raum für Wandel bieten, dann wird es Menschen geben, die den ersten Schritt machen. Es ist ein Appell an uns selber, beherzt das zu tun, was andere nicht tun. Wenn unsere Regierungen und Unternehmen den Rahmen und die Angebote geben, Celebrities und Brands die richtige Message vermitteln, dann werden Leute den Wandel vollziehen. Denn wie ein Modetrend oder eine politische Bewegung entsteht, so kann auch der „Transformative Change“ hin zu Nachhaltigkeit funktionieren. Jetzt gilt es nur noch, die Mutigen nicht zu opfern! Wenn wir „Party all night long“ wollen, dann muss nun die Musik hochgefahren werden, damit Followers kommen und der wichtige Skaleneffekt generiert wird! Ist dein Unternehmen ein guter DJ? Und was ist mit dir, bist du mutig genug als Erster die Tanzfläche zu betreten?

Step 3: The Magic Number!

Während Sophie nun die leere Fläche zum Beat der Musik betanzt, steigert Cole langsam die Geschwindigkeit. Das Ziel ist 128 BPM (Beats per Minute), was scheinbar dem Herzschlag eines Langstreckenläufers gleicht kommt. Man muss das „Herz“ der Menge treffen, damit man es bewegen kann. Die Beatgeschwindigkeit ist insofern relevant, da sie beeinflusst wie schnell wir uns bewegen. Cole erklärt, dass Musikstile unterschiedliche BPM’s haben. So hat Reggae etwa 60 BPM, Dubstep 70 BPM, House zwischen 110 und 130 BPM. Und dann sei da noch Hardcore mit 195 BPM, aber wie man dazu tanzt, keine Ahnung. Hat man einmal im Herz der Menschen angedockt, kann man langsam die Geschwindigkeit auf die gewünschten 128 BPM hochfahren. Song by Song. Parallel füllt sich die Tanzfläche immer mehr und die Bewegungsfreudigkeit der Masse steigt. Das wiederum kreiert Aufmerksamkeit bei den bis dahin noch untätigen Menschen. Der Trend nimmt seinen Lauf. Cole fährt seine Ausführungen fort: „Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass eine Frequenz von 128 BPM diejenige ist, die am meisten mit dem Herzschlag synergiert. Das ist die magische Zahl!“ Wenn man die Menge erstmal an diesem Punkt hat, dann kontrolliert man offenbar deren gesamtes Kreislaufsystem, Boom!

Lassen wir die Party (nachhaltig) rocken!

Was lernen wir daraus? Wollen wir eine anhaltende respektive nachhaltige Veränderung, brauchen wir Ausdauer und die richtige Geschwindigkeit. Es ist entscheidend mit welchem Tempo man unterwegs ist oder eben verändert. Geht man zu schnell vor, kann es zu Verwirrung oder sogar Ablehnung kommen. Die Puste geht einem aus! Ist man zu langsam, kostet dies wertvolle Zeit und man kommt vielleicht nie (rechtzeitig) am Ziel an. Wollen wir eine nachhaltige Gesellschaft, müssen wir nebst einer klaren Vision (wie soll die Party sein), unsere Werte und Kultur (welche Musik wird gespielt, welcher Tanz getanzt) neu definieren. Das braucht Zeit und Arbeit! Wie Cole müssen Regierungen, Brands und Unternehmen die Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit steuern. Stetig und behutsam, bis unser Herz mit unserem Kopf und somit auch unserem Handeln übereinstimmt. Was will heissen, dass zu krasses (militantes) Vorgehen, Verbote und Social Blaming nicht unbedingt zielführend sind, genauso wenig wie Laissez-Faire und reine Hoffnung in den Markt. Es benötigt ein koordiniertes Vorgehen, ausbalanciert mit regulatorischen Leitplanken, technologischen und prozessualen Neuerungen sowie vor allem einer kulturellen Veränderung! Der DJ, also die Politik, Wirtschaft und Prominenz im Speziellen, sind für diese Rahmenbedingungen und Einflüsse hauptverantwortlich!

Step 4: Always Protect Your Herd From Predators

Cole sieht zufrieden der tanzenden Menge und der sich zum Beat bewegenden Sophie zu, bis zu dem Moment als ein Typ aus der Menge sie antanzt und so zu sagen wegschnappt. Sein Lächeln vergeht. Kleiner Spoiler, am Ende des Films sind Cole und Sophie wieder glücklich vereint 😉

Diese Lektion ist enorm wichtig, denn jede Bewegung und jeder Trend ist „Räubern“ und „Aasfressern“ ausgesetzt, welche vom Erfolg profitieren oder noch schlimmer, diesen „sabotieren“ oder „töten“ möchten. „Greenwashing“ ist so eine Methode, die leider all zu oft erfolgreich eingesetzt wird und somit echte Nachhaltigkeit sabotiert. Sich als etwas ausgeben, dass man nicht ist und Konsumenten verwirren und in die falsche Richtung lenken bewegen. Des Weiteren versuchen viele Branchen (u.a. die Erdöl-Lobby, Fleisch-Lobby, etc.) ihre Geschäftsfelder und Einnahmequellen mit allen Mitteln zu verteidigen und solche Bewegungen im Keim zu ersticken.

Wenn wir einen nachhaltigen Wandel bewirken wollen, dann müssen wir diese Transformation genau vor so etwas schützen. Unsere „Systemmacher und -Hüter“ müssen demnach ethisch und nachhaltig handeln und mit unserem Gewissen übereinstimmen. Sonst riskieren wir, dass uns kurz vor dem Ziel alles genommen wird und wir mit einem „Lätsch“ dastehen wie Cole. Was bedeutet, dass wir nicht nur eine schöne Frau und tolle Party sondern unsere Welt und unsere Zukunft verloren haben!

„It’s (y)our world“ und wir haben nur eine davon!

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